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Budget / Finanzplan

Budgets 2012 der Gemeindeverwaltung und des Wasser- und Elektrizitätswerkes Steinhausen sowie Festlegung des Steuerfusses für das Jahr 2012

In Kürze

Das Budget 2012 der Laufenden Rechnung der Gemeinde präsentiert ein negatives Ergebnis und schliesst mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 461'600 ab. Dem Ertrag von 50,823 Mio. Franken steht ein Aufwand von Fr. 51'284'600 gegenüber. Die Selbstfinanzierungsmarge (Cashflow) beläuft sich auf 4,1 Mio. Franken. Für das kommende Jahr rechnet das Budget mit Investitionen von brutto rund 18 Mio. Franken (inkl. Abwasserbeseitigung). Aufgrund der hohen Investitionen ergibt sich ein Finanzierungsfehlbetrag, der mit der bestehenden Liquidität getragen wird.
Der Eigenwirtschaftsbetrieb Abwasserbeseitigung weist im Budget 2012 einen Ertragsüberschuss von Fr. 166'000 aus, der in die Spezialfinanzierung der Abwasserbeseitigung vorgetragen wird. Der Anteil der Investitionen der Abwasserbeseitigung beträgt Fr. 700'000. Anschlussgebühren werden in der Höhe von Fr. 300'000 erwartet.
Das Budget 2012 der Laufenden Rechnung des WESt weist wiederum ein positives Ergebnis aus. Dem Ertrag von Fr. 10'244'050 steht ein Aufwand von Fr. 9'637'800 gegenüber. Der Ertragsüberschuss beträgt Fr. 606'250. Vom Gesamtergebnis macht der Anteil der Wasserversorgung Fr. 15'650 und der Anteil der Elektrizitätsversorgung Fr. 590'600 aus.

Im Detail

  1. Das Budget rechnet mit dem unveränderten Steuerfuss von 60%, mit dem Steinhausen zurzeit in der vorderen Hälfte der Gemeinden unseres Kantons liegt. Aufgrund der Entwicklung des Steuerertrages im Jahr 2011 ist der erwartete Gesamtsteuerertrag im Budget 2012 gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio. Franken erhöht worden. Trotz der Auswirkung der Steuergesetzrevision sowie den ausser­ordentlichen Steuern im Jahr 2011 wird ein Wachstum aufgrund der Bevölkerungszunahme und der wirtschaftlichen Veränderungen erwartet, sodass ein Mehrertrag bei den natürlichen Personen von Fr. 700'000 eingestellt wurde. Die Steuereinnahmen bei den juristischen Personen haben sich im Jahr 2011 sehr positiv entwickelt. Aufgrund von Firmenwegzügen wird der Steuerertrag aus juristischen Personen in den nächsten Jahren in der bisherigen Entwicklung gebremst. Mit der Ansiedlung von Firmen in den neu erstellten Liegenschaften wird aber langfristig mit einer Kompensation gerechnet und gegenüber dem Vorjahresbudget einen Mehrertrag von 1,6 Mio. Franken erwartet.
  2. Der Beitrag aus dem innerkantonalen Finanzausgleich reduziert sich von 12 Mio. Franken auf 9,6 Mio. Franken. Der Finanzausgleich gleicht die Steuerkraft der Zuger Gemeinden aus. Die Gemeinde Steinhausen lag mit dem Steuerertrag pro Kopf stets auf Rang 8 aller Zuger Gemeinden. Der Steuerertrag pro Kopf hat sich im Jahr 2010, ausser bei zwei Gemeinden, die in den Topf des Finanzausgleiches bezahlen, durchwegs verschlechtert. Der Pro-Kopf-Betrag unserer Gemeinde hat sich gegenüber allen anderen Gemeinden am geringsten reduziert, sodass sich die Gemeinde Steinhausen in der Rangliste vor der Nachbargemeinde Cham im 7. Rang einreihen konnte. Die positive Entwicklung unseres Steuerertrages ist auch die Begründung der Auswirkung in der Betragshöhe des Finanzausgleichs.
  3. Das Nettoinvestitionsvolumen hat sich in der Höhe von 14,1 Mio. Franken gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Bei sechs Projekten – Aussensanierung mit Aufstockung des Schulhauses Sunnegrund 4, Unterführung bei der SBB-Haltestelle Rigiblick, Sanierung der Turnhallendächer im Feldheim, Projektierung des Gemeindezentrums, Erneuerung des Seniorenzentrums Weiherpark und Bushaltestellen für die neue Linie 6a Sennweid – werden Ausgaben von jeweils über 1 Mio. Franken erwartet. Entsprechend ist der Abschreibungsbedarf mit 4,5 Mio. Franken auch gestiegen.
  4. Bezüglich der Laufenden Rechnung wird festgestellt, dass in den Vorjahren jeweils die Rechnungen durchwegs mit einem geringeren Aufwand als budgetiert abgeschlossen haben. Die sechs Abteilungen der Gemeindeverwaltung sind deshalb angehalten worden, ihre Budgets genauer vorzulegen, sodass geringere Abweichungen zur definitiven Rechnungslegung erzielt werden können. Die Abteilung Bildung und Schule hat von der Abteilung Soziales und Gesundheit die Aufgabe für die schulische Randzeitenbetreuung mit Hausaufgabenhilfe sowie Mittagstisch übernommen. Die Nettokosten von rund Fr. 210'000 haben dazu geführt, dass das Gesamtbudget der Bildung und Schule über demjenigen des Vorjahres liegt. In der Abteilung Sicherheit und Bevölkerungsschutz haben vor allem die höheren Sicherheitskosten und der Aufbau der Jugendfeuerwehr dazu geführt, dass das Budget rund Fr. 60'000 über dem Vorjahr ausfällt. Die Abteilung Soziales und Gesundheit legt ein Budget von 5 Mio. Franken vor, welches gegenüber dem Jahr 2011 um 1,3 Mio. Franken geringer ausfällt.
  5. Das Wasser- und Elektrizitätswerk hat das Budget der Laufenden Rechnung mit sehr geringen Abweichungen auf Vorjahresbasis vorgelegt. Die Motion der SVP Sektion Steinhausen betreffend die Stromtarife wurde an der letztjährigen Gemeindeversammlung nicht erheblich erklärt. Die trotzdem eingesetzte Arbeitsgruppe erstattet unter Traktandum 8 Bericht. Die Detailausarbeitung benötigt noch weitere Abklärungen und bewirkt somit im Budget 2012 keine Anpassungen. Die Investitionen fallen mit 1,1 Mio. Franken wesentlich höher aus als in den Vorjahren.

 

Finanzplan 2012 bis 2015 der Gemeindeverwaltung

Der Finanzplan zeigt die finanzielle Entwicklung der Gemeinde während der kommenden vier Jahre auf. Er umfasst insbesondere Prognosen zur Entwicklung von Aufwand und Ertrag der Laufenden Rechnung, des Personalbestandes, der Investitionen, des Finanzbedarfs und somit der Entwicklung von Vermögen resp. der Verschuldung. Der Finanzplan ist gemäss § 21 des  kantonalen Finanzhaushaltgesetzes vom 21. August 2006 eine der Aufgaben des Gemeinderates und wird der Gemeindeversammlung nicht zur Beschlussfassung, sondern zur Kenntnisnahme unterbreitet.

Der vorliegende Finanzplan für die Jahre 2012 bis 2015 basiert auf dem Budget 2012 und dem für die Jahre 2012 bis 2015 erstellten Investitionsplan. Der gemeindliche Steuerfuss wird unverändert mit 60% eingesetzt. Die allgemeine Teuerung wird für die Planjahre für sämtlichen Sachaufwand und die Einnahmen ohne Steuern und Finanzausgleich mit 0,5% berücksichtigt. Auf den Personalaufwand wird jährlich eine Teuerung von 0,8% aufgerechnet. Die tatsächliche Entwicklung der Steuereinnahmen ist schwer zu prognostizieren. Die Erreichung dieser Steuereinnahmen hängt vor allem von der Bevölkerungsentwicklung, der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Zuzug von juristischen Personen ab. In den Planjahren sind die Steuereinnahmen jährlich um 4% erhöht worden, wobei die Mindereinnahmen aufgrund der Steuergesetzrevisionen berücksichtigt sind.

Für die Laufende Rechnung sieht der Finanzplan wie in den Vorjahren durchwegs Ausgabenüberschüsse in ansteigender Höhe vor, von Fr. 461'000 im Jahr 2012 bis auf 3,7 Mio. Franken im Jahr 2015. Die Begründung liegt vor allem in der Höhe des Investitionsvolumens. Innerhalb der Planungsperiode sind Investitionen im Umfang von 70 Millionen Franken vorgesehen. Im Investitionsplan sind durchaus noch Infrastrukturprojekte enthalten, deren Notwendigkeit laufend überprüft wird. Die starke Investitions­tätigkeit wirkt sich im Ergebnis der Laufenden Rechnung in den Abschreibungen aus. Diese erhöhen sich von 4,5 Mio. Franken im Jahr 2012 bis auf 8,7 Mio. Franken im Jahr 2015. Ebenfalls von der Steuerkraft abhängig ist die Beteiligung der Einwohnergemeinden am interkantonalen Finanzausgleich (NFA). Dieser Beitrag dürfte die 2 Mio. Frankengrenze noch nicht übersteigen. Die flüssigen Mittel, 24 Mio. Franken gemäss Bilanz auf den 31. Dezember 2010, werden bis ins Jahr 2014 für den Finanzbedarf reichen. In den Jahren 2014 und 2015 werden Darlehen von 27 Mio. Franken beansprucht. Trotz der negativen Jahresergebnisse kann festgehalten werden, dass das Eigenkapital der Gemeinde Steinhausen Ende 2015 aufgrund der Planzahlen noch 75 Mio. Franken betragen wird. Bei den Personalzahlen werden keine grossen Veränderungen erwartet. Im Jahr 2011 betragen die Personaleinheiten 160,5 und erhöhen sich bis ins Jahr 2015 auf 164.

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